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Montforthaus, Feldkirch; Fotograf: Kurt Hoerbst

Nachhaltigkeit trifft cooles Design!

Wie wir unsere Wohnhäuser, Büro- und Dienstleistungsgebäude heute planen und bauen, hat große Auswirkungen auf den Energieverbrauch und die Treibhausgasbilanz – und das über Jahrzehnte hinweg.

Dass nachhaltige Gebäude auch eine ganz besonders schöne Kombination aus Architektur, Ästhetik und Funktionalität sein können, wollen wir euch mit den folgenden Beispielen zeigen. Die Projekte punkten durch Energieeffizienz, ökologische Qualität und beeindrucken zudem durch außergewöhnliches Design und Komfort. Denn eine nachhaltig-orientierte Denkweise schafft auch Raum für neue, aufregende und oft auch unkonventionelle Design-Innovationen.

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1. Montforthaus Feldkirch, Vorarlberg

Mit dem Montforthaus hat die Stadt Feldkirch ein Veranstaltungshaus mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten errichtet, das für alle offen steht. Der Stahlbetonbau mit Natursteinfassade passt perfekt in sein Umfeld und schafft qualitätsvolle Stadträume. Über das lichtdurchflutete Foyer erreicht man Büros, Säle und Gastronomie. Und in Sachen klimafreundlicher Haustechnik spielt das Montforthaus mit Komfortlüftung, Wärmepumpe und konsequente Abwärmenutzung auch abseits der Bühne alle Stückerl. Wenig überraschend also: das Vorzeigeprojekt wurde mit dem Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2017 prämiert und entspricht dem klimaaktiv Gold Standard.

Ein begrünter Vorgarten, Gastgärten im Erdgeschoss und im abgesenkten Hof, sowie eine mit Photovoltaik-Anlage gedeckte Pergola auf dem Dach: das neue Gebäude der Universität für Bodenkultur Wien wirkt nicht nur auf Studierende äußerst einladend. Auch von außen gliedert sich das Gebäude unaufgeregt in die Umgebung ein. Ein Gutteil der Nutzfläche – wie auch der große Hörsaal – sind unterirdisch angeordnet. Nicht nur ästhetisch, auch energetisch bringt das Vorteile. Denn Räume, die von Erde umgeben sind, benötigen weniger Energie zur Heizung und Kühlung. Für die anspruchsvolle Architektur und die ressourcenschonende Bauweise wurde der Neubau 2019 auch mit dem Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Neben kreativer Energie wird im „Kulturkraftwerk“ in Thalgau auch erneuerbare Energie genutzt: Das eigene Wasserkraftwerk und die Photovoltaikanlage decken den Bedarf an Wärme und Betriebsstrom. Die Grundrisse sind variabel, die Fenster fast rahmenlos und die Fassade hoch gedämmt. Kraftvoller Klimaschutz sozusagen, der sich auszahlt: das Gebäude entspricht mit 1000 Punkten (von 1000!) dem klimaaktiv Gold Standard in jeglicher Hinsicht.

Im Gelände des ehemaligen Nordbahnhofareals befindet sich dieses Wohngruppenprojekt. Das „Wohnprojekt Wien“ kombiniert eine Vielzahl funktionaler Angebote in einem vielfältigen Raumangebot, ist dabei auch architektonisch ein Hingucker und damit ein echtes Highlight im österreichischen Wohnbau, das 2014 auch als einer von 5 Preisträgern den Staatspreises für Architektur und Nachhaltigkeit erhielt. Ein ganz spezielles Merkmal dieses Projekts: Die als Verein organisierten Eigentümerinnen und Eigentümer denken und leben hier konsequent Nachhaltigkeit in der Stadt. So werden beispielsweise Räume, die anderswo selten genutzt werden, hier einfach für alle geteilt. Das Gebäude an sich ist mit einem durchdachten Energiekonzept mit Niedrigstenergie-Standard ausgestattet. Das „Wohnen und Leben der Zukunft“ wird hier Realität.

Schon von außen passt sich dieses Gebäude perfekt in die Umgebung ein. Das ganz besondere Highlight wartet aber vor allem im Inneren: Statt mit Türen öffnen sich jeweils vier Klassenräume mit raumhohen Schiebetoren zu einem gemeinsamen großen Spiel-, Lern- und Rückzugsraum. In Sachen Energie und Raumluftqualität wurde bei dem Schulgebäude Passivhausqualität ebenso beispielhaft umgesetzt, wie bei der Verwendung hochwertiger Materialien im Innenausbau.  Das Ergebnis: klimaaktiv Gold-Standard (mit 921 von 1000 Punkten) und beste Voraussetzungen für erfolgreiches und angenehmes Lernen und Arbeiten.

Der Neubau des Paracelsus Bad & Kurhaus ist ein besonders ambitioniertes Architektur-Projekt im Herzen von Salzburg. Als erstes Hallenbad in Österreich wurde es einer umfassenden Nachhaltigkeitsanalyse unterzogen und entspricht mit 909 Punkten sogar dem klimaaktiv GOLD Standard. Neben modernster Bädertechnik ist das Energiekonzept außerdem auf maximale Effizienz und Einsatz erneuerbarer Energien ausgerichtet. So schützt sich das das Bad & Kurhaus beispielsweise durch ein umlaufendes Kleid aus Keramiklamellen sowohl vor Einblicken von außen als auch vor sommerlicher Überwärmung.

Nach einer Gasexplosion 2014 war das Gründerzeitgebäude an der Mariahilfer Straße ein Trümmerhaufen. Ein Abriss wäre der einfachere Weg gewesen – doch das Wohnhaus wurde wieder aufgebaut und nachhaltig saniert. So ging aus der Katastrophe ein Vorzeigebeispiel hervor.

Die 20 sanierten Altbauwohnungen wurden mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung ausgestattet und – sofern möglich – um hochwertige Freiräume wie Dachgärten, Loggien und Balkone bereichert. Dank Hochleistungsdämmputz und anderen Dämmmaßnahmen konnte der Wärmebedarf deutlich reduziert werden. Vor sommerlicher Überhitzung schützt der außenliegende, ästhetisch gut eingebundene Sonnenschutz. Das Vorzeigeprojekt wurde 2019 mit dem Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet und erreicht mit 944 Punkten klimaaktiv GOLD Standard.

Du möchtest noch mehr nachhaltige Gebäude kennenlernen?

Wirf einen Blick in die klimaaktiv Gebäudedatenbank und entdecke Projekte aus ganz Österreich, die sich durch ihre energieeffiziente und ökologische Bauweise auszeichnen.