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Klimaschutz als Beruf

Im Kampf gegen die Klimakrise heißt es: Jetzt gemeinsam anpacken, und das in allen Bereichen! Zahlreiche engagierte Menschen aus den verschiedensten Branchen – von Installateur:innen, Mobilitätsexpert:innen und Radfahrlehrer:innen bis hin zu Architekt:innen setzen sich schon jetzt beruflich für mehr Klimaschutz ein. Aber was motiviert zu einem Green Job? Und wie sieht der Arbeitsalltag aus? Fünf Partnerinnen und Partner stehen uns im Kurzportrait Rede und Antwort und geben einen praxisnahen Einblick.

Arbeitsplätze im Umweltsektor werden oftmals auch als „Green Jobs“ bezeichnet. Diese sind in den unterschiedlichsten Sparten wie zum Beispiel Erneuerbare Energien, nachhaltiges Bauen und Sanieren oder klimafreundliche Mobilität zu finden. Und sie spielen auf dem Weg zur Klimaneutralität eine Schlüsselrolle. Denn qualifizierte Fachkräfte bringen die Energie- und Mobilitätswende richtig in Schwung.

Schon gewusst? In Österreich ist bereits beinahe jeder 20. Arbeitsplatz ein Green Job, rund 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) werden in diesem Sektor erwirtschaftet.

Aber wie sehen diese Jobs konkret aus, die einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Bausektor, umweltschonender und gesunder Mobilität oder den Ausstieg aus Öl und Gas leisten? Wir zeigen es dir in fünf spannenden Porträts!

Thomas Kerschner – Haustechnik Berater und Planer

Wann und wieso haben Sie sich dazu entschlossen diesen Beruf zu wählen?

Mit 15 Jahren habe ich die Installationslehre begonnen, rein aus Interesse an der Technik und weil ich es schön fand, mit den Händen etwas zu erschaffen, das man am Ende des Tages auch sehen und angreifen kann. Damals war mir kaum bewusst, welche vielfältigen Karrierewege und Weiterbildungsmöglichkeiten mich in dieser Branche erwarten bzw. welche Schlüsselrolle die Haustechnik in der Energiewende spielt.

 

Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?

Extrem vielfältig und abwechslungsreich: von Beratung der Kund:innen, Besprechungen mit Monteur:innen, Büroarbeiten wie Angebote, Planung, Produktauswahl und Rechnungslegung bis zur Kontrolle auf den Baustellen. Mit all diesen Tätigkeiten sorge ich täglich dafür, dass immer mehr Öl- und Gasheizungen gegen klimafreundliche Systeme getauscht werden. Das erfordert natürlich auch besonderes Know-How – etwa für die Installation von Wärmepumpen und Biomasseheizungen.

 

Was motiviert Sie in ihrem Berufsalltag?

Das wir gemeinsam mit unseren Kund:innen in unserm täglichen Tun mit Hilfe von konkreten Projekten die Energiewende aktiv mitgestalten. Jeden Tag sehen wir bei uns selbst und bei unseren Kund:innen, dass es unfassbar viele Vorteile bringt und auch noch Spaß macht.

So können wir zeigen, dass eine ökologische Transformation keinen Verlust oder gar eine Bedrohung darstellt, im Gegenteil, ich sehe unendlich viele Gelegenheiten, unseren Status Quo zu verbessern – hin zu einer lebenswerten Zukunft.

 

Was würden Sie anderen Personen mitgeben, die sich für „Klimaschutz als Beruf“ interessieren?

Wähle einen Job der dich erfüllt und wo du etwas Sinnvolles zu einer lebenswerten Gesellschaft beitragen kannst. Jeder auch noch so kleine, aber positive Beitrag ist es wert, geleistet zu werden. Nichts ist ohne Wirkung!

Petra Hofmann Teamleiterin E-Mobilität bei der KELAG

Wann und wieso haben Sie sich dazu entschlossen diesen Beruf zu wählen?

Vor drei Jahren habe ich mich entschlossen, in den schnell wachsenden Bereich der E-Mobilität bei der KELAG zu wechseln, weil es einen sehr großen Gestaltungsraum gibt, bei dem ich aktiv mitwirken möchte.

 

Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?

Als E-Mobilist warten jeden Tag neue, spannende Entwicklungen und Herausforderungen rechtlicher, technologischer, politischer Art, die gelöst werden müssen, um den (zukünftigen) E-Auto-Fahrer:innen ein nachhaltiges Angebot zu liefern.

Was motiviert Sie in ihrem Berufsalltag?

Dass ich etwas in einem neuen und spannenden Geschäftsfeld bewegen, vorantreiben und gestalten kann.

 

Was würden Sie anderen Personen mitgeben, die sich für „Klimaschutz als Beruf“ interessieren?

Es ist ein gutes Gefühl, aktiv an der Gestaltung der Mobilität der Zukunft mitzuwirken.

Monika Panek – Architektin und Beraterin für nachhaltiges Bauen und Sanieren

Monika Panek - klimaaktiv Klimaschutz als Beruf

Wann und wieso haben Sie sich dazu entschlossen diesen Beruf zu wählen?

Das Thema Klimaschutz hat mich schon immer in meinem privaten Leben interessiert und begleitet. Damit war klar, dass es mich auch beruflich immer in diese Richtung gezogen hat. Als Architektin habe ich für Architekturbüros gearbeitet, die sich in den 1990-2000er Jahren mit dem Thema energieeffizientes Bauen und Sanieren auseinandergesetzt haben.

Dieses Pionier-Wissen wollte ich in die Breite bringen und brachte meine Expertise ab 2006 in die Energieberatung NÖ ein. Nach der Gründung der Energie- und Umweltagentur (eNu) stellte sich heraus, dass Gemeinden wichtige Partner für die Umsetzung sind.

Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meine Arbeitstage sind sehr abwechslungsreich. Von kreativer Arbeit, wie die Entwicklung von Unterstützungsangebote für die Zielgruppe Gemeinden und Regionen zum Klimaschutz, der Arbeit mit den Energiebeauftragten der Gemeinden, Entwicklung von Schulungen zum Klimaschutz bis hin zur persönlichen Beratung in Gemeinden. Ein Teil meiner Tätigkeit entfällt auf Projektmanagement und Leitungsaufgaben eines sehr motivierten Teams.

 

Was motiviert Sie in ihrem Berufsalltag?

Die Arbeit ist absolut sinnstiftend. Wenn man weiß, dass man mit seiner Tätigkeit aktiv an der Energiewende mitarbeitet, macht die Arbeit Freude. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Rückmeldung. Und diese ist durchwegs positiv aus den Gemeinden, von Kooperationspartner:innen und Kund:innen. Das gibt Kraft und Motivation. Da wir so viel Zeit in unserem Leben mit der Erwerbstätigkeit verbringen, ist es ein großes Glück, wenn man sich mit Themen beschäftigen kann, die erfüllend sind.

 

Was würden Sie anderen Personen mitgeben, die sich für „Klimaschutz als Beruf“ interessieren?

Dieser Beruf gibt Sinn und Wertschätzung. Expertise in diesem Bereich ist sehr wichtig und wird in der Zukunft mehr und mehr gefragt sein. Weiterentwicklung, Kreativität und Pioniergeist sind in diesem Bereich gefragt und daher wird es auch nie langweilig. Mein Tipp: Den eigenen Weg verfolgen und Klimaschutz in seinem Umfeld – beruflich wie privat – einbringen! Dann eröffnen sich immer weitere Türen in diesem Berufsfeld.

Astrid Damböck – Radfahrlehrerin in Niederösterreich & Oberösterreich

Astrid Damböck - klimaaktiv Klimaschutz als Beruf

Wann und wieso haben Sie sich dazu entschlossen diesen Beruf zu wählen?

Ich habe mich im Jahr 2018 dazu entschlossen bei der Easy Drivers Radfahrschule als Radfahrlehrerin zu arbeiten. Ich wollte schon immer unterrichten und das Radfahren, sowie der Klimaschutz sind eine Leidenschaft von mir. Daher hat sich diese Kombination perfekt ergeben.

Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?

Als Radfahrlehrerin komme ich in der Früh an die Schule und baue an einem geeigneten Ort den Parcours für den Radfahrkurs auf. Dann bespreche ich mit den Kindern die Theorie. Dann beginnt der praktische Kurs, in dem die Kinder alle wichtigen Techniken erlernen um sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein.

 

Was motiviert Sie in ihrem Berufsalltag?

Es ist immer wieder beeindruckend und zugleich motivierend zu beobachten wie die Kinder in einer relativ kurzen Zeitspanne ihr Fahrvermögen verbessern. Sie gewinnen schnell an Sicherheit beim Fahren und erlernen das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

 

Was würden Sie anderen Personen mitgeben, die sich für „Klimaschutz als Beruf“ interessieren?

Meiner Meinung nach ist Authentizität das Wichtigste, wenn man sich für den Klimaschutz als Beruf interessiert. Der Klimaschutz darf nicht nur Beruf, sondern sollte eine Berufung sein und sich mit der eigenen Lebensphilosophie decken. Nur so ist man glaubwürdig, hat Freude an der Arbeit und kann etwas bewegen.

Simone Profus – Radfahrlehrerin & Geschäftsführerin der Tiroler Radfahrschule ProPedal

Simone Profus - klimaaktiv Klimaschutz als Beruf

Wann und wieso haben Sie sich dazu entschlossen diesen Beruf zu wählen?

Ich habe eine große Freude daran, Menschen den sicheren Umgang mit dem Fahrrad und auch den Spaß am Radfahren näherzubringen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass eine Steigerung des Radverkehrs ein wichtiger Bestandteil der Verkehrswende ist.

Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich halte entweder selbst Radkurse, schreibe neue Kurskonzepte oder kümmere mich um das Backoffice von ProPedal. Zudem manage ich noch die größte landesweite Kampagne zur Förderung des Alltagsradverkehrs „Tirol radelt“.

 

Was motiviert Sie in ihrem Berufsalltag?

Mich motivieren vor allem Menschen, denen ich das Radfahren (wieder) beigebracht habe, und die sich nun selbstständiger, aktiver und nachhaltiger, regelmäßig auf ihrem Velo fortbewegen.

 

Was würden Sie anderen Personen mitgeben, die sich für „Klimaschutz als Beruf“ interessieren?

Für den Klimaschutz kann man sich vielfältigst beruflich engagieren. Und jede:r kann die persönlichen Stärken für die Bewältigung der Klimakrise, unserer größten Herausforderung, einbringen.

Aus- und Weiterbildungen von klimaaktiv

Für eine klimafitte, lebenswerte Zukunft braucht es innovative Köpfe und tatkräftige Menschen, aber natürlich auch entsprechendes Know-how. Mehr als 1.500 Personen absolvieren jährlich im Rahmen von klimaaktiv praxisorientierte Aus- und Weiterbildungen. Worauf wartest du? Nimm auch du die Chance wahr, dir fundierte „Green Skills“ anzueignen.

Du interessierst dich für Aus- und Weiterbildungen zu den Themen Bauen und Sanieren, Energie- und Gebäudetechnik, Energiemanagement und -beratung oder umweltfreundliche Mobilität? Mach dich schlau und erfahre mehr über unsere Angebote:

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